Neuer Vorschlag: Neuer Vorschlag Özdemir verlangt staatliche Pizza-Vorgaben – Mediziner widersprechen

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BERLIN. Mehrere Politiker und Mediziner haben die Pläne von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) kritisiert, den Anteil von Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln staatlich stärker regulieren zu wollen. Der Präventiv-Mediziner Johannes Scholl von der Deutschen Akademie für Präventivmedizin nannte den Vorstoß Özdemirs gegenüber der Bild-Zeitung „wissenschaftlich überholt“. Scholl argumentierte, daß das Einsparen von Fett die Menschen nicht schlanker mache.

Gesättigte Fette seien nicht per se gesundheitsschädlich, Vollfette – etwa in Joghurt und Käse enthalten – schützten sogar vor Schlaganfällen. Hauptverantwortlich für Übergewicht und Diabetes seien zu viele Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln und Zucker bei zu wenig Bewegung. Es sei daher zielführender, im Sinne der Gesundheit „weitgehend auf Fertigprodukte zu verzichten und frische, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu essen“.

„Übergriffig und unverhältnismäßig“

Auch aus der Poltik kam es zu Kritik. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Ernährung und Landwirtschaft der Unionsfraktion im Bundestag, Albert Stegemann (CDU), bezeichnete Özdemirs Vorschläge als „übergriffig und unverhältnismäßig“. Was es stattdessen brauche, seien „staatliche Bewegungsangebote und zielgruppengerechte Ernährungsberatung“.

Die Liberalen halten ebenfalls nichts von den geplanten Rezeptänderungen. Der Ausschußsprecher für Landwirtschaft und Ernährung der FDP-Bundestagsfraktion, Gero Hocker, betonte gegenüber der Bild-Zeitung, daß Unternehmen gewinnorientiert produzierten, was sich verkaufe. „Gerade bei Fertigprodukten wollen die Leute schnell eine leckere Mahlzeit auf dem Tisch haben. Damit sollten Politiker kein Problem haben.“

Özdemir: „Wir alle tragen Verantwortung“

Özdemir hatte das Max-Rubner-Institut (MRI) beauftragt, neue Rezepte für Fertigprodukte zu kreieren. Ziel sei es, daß bis Jahresende „für relevante Lebensmittelgruppen Reduktionsziele vorliegen“, natürlich „mit dem Ziel einer anschließenden Umsetzung“, da der Salz-, Zucker,- und Fettgehalt in vielen Lebensmitteln deutlich zu hoch sei, wie ein Sprecher von Özdemirs Landwirtschaftsministerium der Bild-Zeitung sagte.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Özdemir gesagt, daß eine gesunde Ernährung schwierig sei, „wenn in verarbeiteten Lebensmitteln viel Zucker, Salz oder Fett enthalten ist“. Die gesundheitlichen Folgen von ungesundem Lebensmittelkonsum seien für die Betroffenen gravierend und kämen die ganze Gesellschaft teuer zu stehen, weshalb der Minister das MRI mit einer Einschätzung beauftragt habe. „Diese objektive, wissenschaftlich fundierte Grundlage für weitere Reformulierungen wird mein Ministerium gegenüber der Lebensmittelwirtschaft einfordern. Wir alle tragen Verantwortung.“

Betroffen von den geplanten Rezeptänderungen wäre nach Plänen der Bundesregierung eine breite Palette. Dazu gehören unter anderem Joghurt- und Quarkprodukte, Tiefkühlpizzen, Limonaden, Backwaren und Wurst. (st)

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